BSC - Strategie der Absicherung am Beispiel Altersvorsorge
Es
gibt für Unternehmen verschiedene Möglichkeiten, auf
dem Markt zu bestehen. Wenn betriebsinterne Kosten zu sehr steigen,
sehen gerade größere Unternehmen in einem Zusammenschluss
mit einem Partner aus der gleichen Branche eine Möglichkeit,
Kosten zu sparen.
Ein aktuelles Beispiel war der Zusammenschluss von DBV Winterthur mit dem Axa Konzern. Die DBV Winterthur Versicherung war zuletzt in schweizerischen Händen, was man auch aus dem Ortsnamen ableiten kann. Kaum jemand weiß aber, wofür DBV steht. Diese Abkürzung stammt noch aus den Kaiserzeiten des vergangenen Jahrhunderts. Die Lebensversicherungsanstalt für Armee und Marine fusionierte seinerzeit mit der Preußischen Rentenversicherungsanstalt und der Kaiser-Wilhelm-Spende (ebenfalls einer Versicherung) zur "Deutschen Beamten-Versicherung öffentliche Lebens- und Renten-Versicherungsanstalt", abgekürzt DBV. Die DBV ihrerseits fusionierte zum Ende des vergangenen Jahrhunderts mit der Schweizer Versicherungsgesellschaft Winterthur und wurde zur DBV Winterthur. Ende 2006 wurde die Fusion mit der Axa vollzogen, der Name bleibt jedoch (vorerst) bestehen. Ob sich die gewünschten Unternehmensziele durch den Zusammenschluss realisieren lassen, kann man erst nach einer gewissen Zeit beurteilen.
Eine gegenläufige Strategie nimmt hingegen der Versicherungskonzern Alte Leipziger ein (www.alte-leipziger.de). Unter diesem Namen finden sich die beiden Versicherungsvereine Alte Leipziger und Hallesche wieder, die das ganze Spektrum von Versicherungen anbieten. Hier entschied sich die Konzernführung bewusst gegen Fusionen, in der neudeutschen Wirtschaftssprache heißt das "Stand-alone-Strategie". Zudem hat sich diese Versicherungsgruppe auf den deutschen Markt konzentriert. Gerade auf dem Versicherungsmarkt kann es eine sinnvolle Strategie sein, sich auf seine vorhandene Kundennähe zu konzentrieren und daraus einen Vorteil gegenüber anderen Anbietern zu ziehen.
Wie sich das Geschäft mit den Versicherungen im Zeitalter des Internets weiter entwickeln wird, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Denn die Deutschen sind im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn weniger bereit, Versicherungen online abschließen. Hier könnte sich in den kommenden Jahren ein gewisser Nachholeffekt bemerkbar machen. Vor allem dann, wenn sich die Jahrgänge, die mit dem Internet groß geworden sind, im versicherungsintensiven Alter ab Mitte 30 befinden.
